Bikepacking unter Kirschblüten
Zwei Freunde, zwei Monate, ein Land: Paul Ingram und Josh Tippet sind von Kagoshima nach Tokio geradelt und haben dabei auch die japanische Küche erkundet.
Paul Ingram und Josh Tippet sind in Okawari, Please! zu sehen, einem Film der Bike Film Tour Season 2. Weitere Informationen zum Film findest du hier: Filmseite Okawari, Please!
Paul, wie hat alles angefangen?
Paul Ingram: 2018 waren Josh und ich zum ersten Mal dort – ganz klassisch als Touristen mit einem japanischen Freund, der uns viel gezeigt und erklärt hat. Danach war klar: Wir müssen noch einmal zurückkommen. Eigentlich sind Josh und ich passionierte Weitwanderer. Aber durch Japan zu wandern, war nicht wirklich naheliegend. Japan ist stark erschlossen, es gibt keine langen zusammenhängenden Trails. Deshalb kam das Fahrrad ins Spiel. Als Josh dann konkreter darüber nachdachte, sein eigenes Restaurant zu eröffnen – und Japan als Inspiration immer wichtiger wurde – war plötzlich klar: Jetzt oder nie.
Warum das Fahrrad – und nicht wieder Wandern?
Beim Wandern haben wir meist Proviant für mehrere Tage dabei und sind oft weit von der Zivilisation entfernt. In Japan war es umgekehrt: Convenience Stores, Getränkeautomaten, kleine Orte waren fast immer in Reichweite. Das machte die Reise komfortabler als unsere klassischen „Dirtbag“-Abenteuer. Aber vier Stunden bergauf radeln, ohne Training – das zerstört dich körperlich. Nur wartet danach nicht zwingend das Zelt im Regen. Manchmal ist da ein günstiges Hotel – oder ein heißer Kaffee aus dem Automaten hinter der nächsten Kurve.
Wie hat sich deine Sicht auf japanische Küche über die zwei Monate verändert?
Ich wusste, dass das Essen gut und vielfältig sein würde – aber wie regional und komplex die japanische Küche wirklich ist, hat mich überrascht. Ich liebe gutes Essen, bin aber kein Experte. Josh hat da einen anderen Zugang: Er hat in Michelin-Sterne-Küchen gearbeitet. Er wollte vor allem verstehen, wie Dinge gemacht werden.
Gerade wenn man glaubt, man verstehe Japan, überrascht das Land aufs Neue.
Paul Ingram
Bestellen ohne Sprachkenntnisse: Hat die das Essen aufregender gemacht?
Ja – obwohl man heute mit Google Translate viel lösen kann. Wir haben Menüs fotografiert und Fragen übersetzt. Aber selbst dann bleibt oft ein Moment der Überraschung: Du denkst, du hast’s verstanden, und dann kommt etwas ganz anderes. Und oft ist genau das der Spaß. Außerdem: Lächeln, Geduld, Humor – das ist eine universelle Sprache. Wir sind beide viel gereist, wir verlassen uns viel auf diese nonverbale Kommunikation.
Welchen Geschmack hat Japan für dich?
Schwer zu sagen, weil es so vielfältig ist… aber wahrscheinlich Yakitori. Das ist nicht einfach „Hähnchen am Spieß“! Yakitori ist so besonders, weil jedes Teil vom Huhn präzise behandelt und dann über Kohle gegrillt wird – so entstehen ganz unterschiedliche Texturen und Aromen. Wir haben es als Streetfood gegessen und auch auf sehr hohem Niveau – und es war immer unfassbar gut.
Hat diese Reise etwas in deinem Alltag verändert – eine Sache, die geblieben ist?
Lustigerweise meine Wertschätzung für richtig guten weißen Reis. Diese Einfachheit – Reis, Misosuppe, eingelegtes Gemüse, kleine Komponenten – klingt simpel, ist es aber nicht. Ich habe verstanden, wie viel Qualität und Ruhe in so einer „einfachen“ Mahlzeit steckt. Und auch bei Dingen wie Sojasauce oder Tamari: mehr Respekt für die Mühe, die in die kleinen Dinge fließt. Diese Haltung ist ansteckend – sie inspiriert dich, selbst detailverliebter zu sein.
Vielen Dank für das Gespräch, Paul. Jetzt haben wir definitiv Hunger!
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Programm & Trailer
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Film: Okawari, Please!
Bikepacking in Japan: Zwei Freunde erkunden das Land der aufgehenden Sonne – und die japanische Küche.